Datenpflege
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Eine Bibliothek in Bewegung.
Eine Materialbibliothek wirkt statisch. Regale mit Samples, jedes an seinem Platz, jedes mit seinen Daten. Aber die Realität dahinter bewegt sich. Hersteller passen Sortimente an, Brandklassen werden neu zertifiziert, Produkte werden ersetzt oder eingestellt. Wer mit veralteten Daten arbeitet, riskiert Spezifikationen, die in der Ausschreibung scheitern.
Was sich verändert.
Drei Datentypen verändern sich besonders häufig.
Verfügbarkeit. Materialien gehen aus dem Sortiment, neue kommen dazu. Bei Naturmaterialien ändern sich Bezugsquellen, weil Steinbrüche erschöpft sind oder neue erschlossen werden. Bei industriellen Materialien werden Kollektionen alle paar Jahre überarbeitet.
Zertifikate. Brandschutzklassen sind zeitlich befristet. Üblich sind fünf bis zehn Jahre. Wenn das Zertifikat abläuft, muss das Material neu getestet werden, oft mit leicht anderen Ergebnissen. Eine B-s1, d0-Klassifizierung kann nach Re-Zertifizierung zu B-s2, d0 werden. Das ist keine Verschlechterung des Materials, sondern eine Folge der heute strengeren Testverfahren.
Preise. Preise sind nicht das wichtigste, aber sie verändern sich. Bei Naturmaterialien rohstoffgetrieben, bei industriellen Materialien produktionskostengetrieben. Eine Spezifikation auf Basis eines Preises von vor zwei Jahren kann zu Überraschungen in der Ausschreibung führen.
Wie man eine Bibliothek aktuell hält.
Es gibt drei Ansätze.
Der erste ist passiv. Die Bibliothek bleibt, wie sie ist, und das Büro prüft bei jeder Spezifikation einzeln nach. Bei jeder Frage zur Brandklasse, jeder Frage zur Verfügbarkeit, jeder Preisanfrage. Das ist arbeitsintensiv und fehleranfällig.
Der zweite ist halbaktiv. Das Büro pflegt seine Bibliothek selbst, fragt regelmässig bei Lieferanten nach. Die Qualität hängt davon ab, wie systematisch die Pflege erfolgt. In der Praxis verläuft das Engagement, weil andere Aufgaben Vorrang haben.
Der dritte ist systematisch. Die Pflege ist Teil eines Dienstes. Ein Anbieter hält die Daten aktuell, prüft sie auf Plausibilität, aktualisiert Zertifikate. Die Angaben stammen von den Lieferanten und sind an einer Stelle gebündelt.
Warum es in der Praxis wichtig ist.
Wer in einer Ausschreibung mit veralteten Brandklassen arbeitet, muss spezifizieren, prüfen lassen, korrigieren, neu spezifizieren. Das kostet Tage. In ungünstigen Fällen Wochen.
Eine aktuelle Bibliothek verkürzt diesen Zyklus auf Minuten. Die Spezifikation steht, die Daten stimmen, das Projekt geht weiter.
Systematische Datenpflege ermöglicht kontinuierliche Arbeit, statt fragmentiert an Datenaktualisierung zu arbeiten.
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