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    Brandschutz

    5 Minuten Lesezeit

    Was die Klassen wirklich bedeuten.

    In der Schweiz gilt die Brandschutzverordnung der Vereinigung Kantonaler Feuerversicherungen, die VKF. Sie schreibt vor, welche Materialien wo eingesetzt werden dürfen. In Wohngebäuden, in öffentlichen Räumen, in Hochhäusern, in Fluchtwegen. Die Regeln sind klar. Die Sprache nicht immer.

    Die zwei Systeme.

    In der Schweiz sind heute zwei Klassifizierungssysteme im Umlauf. Das alte VKF-System mit RF1, RF2, RF3, RF4 und das europäische System nach EN 13501-1 mit Klassen wie A1, A2, B, C, D, E, F.

    Die VKF akzeptiert beide, hat aber für die meisten Anwendungen auf das europäische System umgestellt. Wer heute spezifiziert, sollte mit den europäischen Klassen arbeiten.

    Was die europäischen Klassen aussagen.

    Die Hauptklasse beschreibt das Brandverhalten.

    A1 ist nicht brennbar. Beton, Stein, Stahl, mineralische Putze.

    A2 ist nicht brennbar mit begrenzter brennbarer Komponente. Gipsplatten, manche Mineralwollen.

    B ist schwer entzündbar. Hochwertige Holzwerkstoffe, manche Kunststoffe.

    C, D, E sind zunehmend brennbar.

    F ist ohne Anforderung an das Brandverhalten.

    Daneben kommen zwei weitere Buchstaben.

    s steht für Smoke. s1 wenig Rauch, s2 mittel, s3 viel.

    d steht für Drops. d0 keine brennenden Tropfen, d1 begrenzt, d2 ohne Anforderung.

    Eine vollständige Klassifizierung sieht aus wie B-s1, d0. Schwer entzündbar, wenig Rauchentwicklung, keine brennenden Tropfen.

    Was wo gefordert wird.

    In Fluchtwegen und öffentlichen Räumen wird in der Regel A2-s1, d0 gefordert. In Wohnungen sind die Anforderungen meist niedriger, B-s2, d0 reicht oft. In Hochhäusern ab einer bestimmten Höhe gelten strengere Regeln.

    Die genauen Anforderungen stehen in der VKF-Brandschutzrichtlinie. Im Zweifel: bei der zuständigen Brandschutzfachperson nachfragen.

    Was beim Spezifizieren wichtig ist.

    Drei Punkte, die regelmässig zu Verzögerungen führen.

    Erstens: das Zertifikat muss aktuell sein. Brandklassifizierungen werden alle paar Jahre neu zertifiziert. Ein Material, das vor zehn Jahren als B-s1 zertifiziert war, ist es nicht automatisch heute noch.

    Zweitens: die Klassifizierung gilt für die getestete Aufbauweise. Ein Holzpaneel, das einzeln getestet wurde, hat eine andere Klassifizierung als das gleiche Paneel auf einem brennbaren Untergrund.

    Drittens: die Klassifizierung gilt für das spezifische Produkt. Eine Variante derselben Kollektion, die nach der Zertifizierung dazukam, ist nicht automatisch mitzertifiziert.

    Wer mit aktuellen, strukturiert erfassten Daten arbeitet, vermeidet Diskussionen mit Bauherren, Generalplanern und der Brandschutzbehörde.

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