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    Akustik

    4 Minuten Lesezeit

    Stille ist ein Material.

    Akustik wird in vielen Projekten am Schluss behandelt. Wenn die Wände stehen, der Boden gelegt ist und die Möbel kommen. Dann fällt auf, dass der Raum hallt. Dann wird nachgerüstet. Mit sichtbaren Paneelen, die nie Teil des Entwurfs waren.

    Akustik sollte eine Gestaltungsaufgabe sein, nicht ein Nachgedanke.

    Was Akustik tatsächlich ist.

    Akustik beschreibt, wie Schall sich in einem Raum verhält. Wie lange er nachklingt, wie er reflektiert wird, wie er absorbiert wird. Das hängt von den Oberflächen ab. Von der Geometrie. Von den Materialien.

    Harte, glatte Oberflächen wie Beton, Glas oder Naturstein reflektieren Schall. Weiche, poröse Oberflächen wie Textilien, Holzwolle oder spezielle Akustikputze absorbieren ihn. Die meisten Räume mischen beide. Die Frage ist, in welchem Verhältnis.

    Die Nachhallzeit.

    Der wichtigste Wert in der Raumakustik ist die Nachhallzeit. Sie misst, wie lange Schall im Raum bleibt, nachdem die Quelle verstummt ist. Für ein Wohnzimmer liegen die idealen Werte bei 0,4 bis 0,6 Sekunden. Für ein Restaurant bei 0,6 bis 0,9. Für ein Konzertsaal je nach Musikrichtung bei 1,5 bis 2,2.

    Wenn die Nachhallzeit zu hoch ist, wird Sprache unverständlich. Stimmen überlagern sich. Die Anstrengung beim Zuhören steigt. In Hotels führt das zu schlechten Bewertungen, ohne dass Gäste benennen können, woran es liegt.

    Wie man es im Entwurf berücksichtigt.

    Drei Ansätze zur Akustik-Integration in der Architektur:

    Erstens: weiche Oberflächen. Vorhänge, Teppiche, Polstermöbel wirken doppelt: funktional und gestalterisch. Sie absorbieren Schall und sind Teil des Entwurfs.

    Zweitens: spezialisierte Akustikmaterialien als Teil der Architektur. Akustikputze, perforierte Holzpaneele, mikroperforierte Textilbespannungen. Sie können integriert werden, ohne dass sie als Akustiklösung erkennbar sind.

    Drittens: Geometrie nutzen. Nicht-parallele Wände, gewölbte Decken, Versätze. Sie streuen Schall, statt ihn direkt zurückzuwerfen. Das reduziert Echo-Effekte ohne zusätzliche Materialien.

    Akustische Information in Materialbibliotheken.

    Eine häufige Lücke in Materialbibliotheken besteht zwischen visueller Materialvielfalt und akustischer Information. Stoffe sind katalogisiert nach Farbe, Webart, Pflege. Aber selten nach Schallabsorptionsklasse. Holzpaneele nach Oberfläche, Maserung, Befestigung. Aber selten nach Perforation und akustischer Wirkung.

    Diese Information existiert beim Hersteller. Wenn akustische Daten dokumentiert und verfügbar gemacht werden, stehen sie für zukünftige Projekte zur Verfügung.

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