Licht ist das wichtigste Material.
Architekten verbringen Stunden mit der Auswahl von Wandfarben, Bodenbelägen, Möbelstoffen. Dann wird das Licht oft am Schluss behandelt. Mit der Folge, dass die sorgfältige Materialwahl unter falschem Licht ihre Wirkung verliert.
Farbtemperatur.
Die Farbtemperatur eines Lichts wird in Kelvin gemessen. Niedrige Werte, ab 2200K, sind warm und gelblich. Wie eine Glühbirne früherer Bauart. Höhere Werte, ab 4000K, sind neutral. Sehr hohe Werte, ab 6000K, sind kalt und bläulich.
Warme Lichter lassen warme Materialien strahlen. Holz wirkt lebendig. Naturstein in Beigetönen wirkt natürlich. Aber kühle Materialien wirken stumpf. Grauer Beton sieht müde aus, bläuliche Stoffe verlieren ihre Klarheit.
Kühle Lichter sind das Gegenteil. Sie bringen kühle Materialien zur Geltung, lassen aber warme Farben blass wirken.
In Wohnräumen sind 2700K bis 3000K üblich. In Arbeitsräumen 3500K bis 4000K. In Galerien und für Materialprüfung 5000K bis 6500K, weil dort eine neutrale Wahrnehmung gewünscht ist.
Farbwiedergabe.
Die Farbwiedergabe eines Lichts wird durch den CRI-Wert beschrieben, von 0 bis 100. Tageslicht hat einen CRI von 100. Es zeigt alle Farben so, wie sie sind.
Künstliches Licht liegt darunter. Eine günstige LED hat einen CRI von 80, das ist akzeptabel für Wohnräume. Eine hochwertige LED erreicht 90 oder mehr, das ist nötig für Räume, in denen Material sichtbar gemacht wird. Galerien, Showrooms, Bekleidungsgeschäfte arbeiten mit CRI 95 oder höher.
Bei niedrigem CRI verlieren Materialien ihre Tiefe. Rote Hölzer wirken braun. Grüne Stoffe wirken graustich. Marmor sieht plastisch aus. Wer Materialien spezifiziert, ohne den CRI des Lichts zu kennen, riskiert Enttäuschungen beim Bauherrn.
Lichtrichtung.
Wie Licht auf eine Oberfläche fällt, bestimmt, wie die Oberfläche wirkt. Streiflicht, das fast parallel zur Oberfläche kommt, betont jede Struktur. Naturstein wirkt mit Streiflicht plastischer. Holzmaserung wird sichtbar. Putz zeigt seine Textur.
Direktes, frontales Licht macht das Gegenteil. Es flacht ab. Eine raue Wand wirkt glatt. Eine natürliche Maserung verschwindet. Wer Materialien für ihre haptische Qualität wählt, sollte das Licht so planen, dass diese Qualität sichtbar bleibt.
Wie wir es in der Bibliothek dokumentieren.
In den MC-Bibliotheken erfassen wir bei jedem Sample, wie es unter standardisiertem Licht aussieht. Das ist nicht die ganze Geschichte, aber ein Anfang. Wer Materialien vergleicht, sollte sie unter dem Licht prüfen, das im fertigen Raum verwendet wird. Sonst stimmt das Ergebnis am Ende nicht.
Dieses Wissen: durchsuchbar, für jedes Muster in Ihrem Büro.
Wir kommen einen Tag zu Ihnen, erfassen den ganzen Musterschrank und gehen die Einarbeitung einmal gemeinsam durch. Die Daten vervollständigen wir in den zwei Wochen danach mit Ihren Lieferanten; den gemeinsamen Katalog pflegen die Lieferanten.